Drehscheibe Kaising

Das Dorf

Kaising, im Zuge der baierischen Landnahme wohl als Sippensiedlung eines Kiso oder Gaiso entstanden, war vermutlich Bestandteil des fränkischen Reichsgutes Greding, denn noch im Jahr 1306 wird das Dorfgericht dem Reich zugesprochen. Als 1311 Greding an das Hochstift Eichstätt kam, erhielt der Bischof das Dorfgericht, das in der Folge vom Richteramt Greding verwaltet wurde. Die hohe Gerichtsbarkeit lag beim Oberamt Hirschberg-Beilngries. 1336 erwarb das Kloster Seligenporten den Zehent von Kaising. Ende des 18. Jahrhunderts teilten sich sieben Grundherrschaften den Besitz der 21 Kaisinger Höfe: das Richteramt Greding besaß neun Anwesen, von denen vier zur Ehehaft und zum Kastenamt Hirschberg gehörten, das bischöfliche Kastenamt Kipfenberg zwei Anwesen, das bischöfliche Kastenamt Beilngries ein Halbhöfl, ein Köblergut und zwei Gütl, das Domkapitel Eichstätt zwei Anwesen, das Klosterrichteramt Plankstetten zwei Anwesen, das herzogliche Kastenamt Sulzbürg ein Leerhaus, also ohne nennenswerten Grundbesitz, und das Kloster Gnadenberg einen Hof. Letzterer, der „Gnadenberger Hof“, gehörte ursprünglich (seit 1330) dem Kloster Seligenporten durch Kauf der Äbtissin Anna von Ulrich Schenk von Geyern zu Stossenberg; 1671 kam er an das Kloster Gnadenberg, besser gesagt durch Zuweisung der Regierung an das Kloster der Salesianerinnen in München als Rechtsnachfolgerin.

Im Zuge der Säkularisation kam 1802 das untere Hochstift und in ihm Greding mit Kaising an den Großherzog Erzherzog Ferdinand III. von Toskana und 1806 an das neue Bayern und darin an das Landgericht Beilngries. Ab 1809 bildete Kaising zusammen mit Wiesenhofen und Kaldorf den Steuerdistrikt Wiesenhofen, ab 1811 eine Ruralgemeinde. Aus dieser schied Kaising 1818 aus und war in der Folgezeit wieder eine selbstständige Realgemeinde. Zum 1. Oktober 1857 wechselte diese vom Landgericht Beilngries zum Landgericht und Rentamt Greding. 1875 wurden im Dorf 15 Pferde, 117 Stück Rindvieh, 245 Schafe, 64 Schweine und zwei Ziegen gehalten. Die Kinder gingen nach Landerzhofen zur Schule.

Mit der bayerischen Kreisgebietsreform, die am 1. Juli 1972 in Kraft trat, kam Kaising, seit 1. April 1971 ein Ortsteil der Stadt Greding, mit dieser aus dem aufgelösten Landkreis Hilpoltstein in den neu gebildeten Landkreis Roth